Was ist Gottesdienstqualität?

Was ist Gottesdienstqualität?

Die bei der Begriffsdefinition vorgestellten drei Ebenen können auch für den speziellen Fall der Gottesdienstqualität unterschieden werden.

  • Gottesdienstqualität als theologische Wesensqualität des Gottesdienstes: Was ist ein Gottesdienst? Wer handelt in ihm? Welches spezifische theologische Profil liegt dem jeweiligen Gottesdienstverständnis zugrunde. Es wird hier einen kleinsten gemeinsamen Nenner geben, was in der evangelischen Kirche ein Gottesdienst ist (etwa: Begegnung zwischen Gott und Mensch, Verkündigung des Evangeliums Jesu Christi), aber auch Spielraum für theologische Schwerpunktsetzungen (etwa: seelsorgliche Dimension, diakonische Dimension, mystagogische Dimension).
  • Gottesdienstqualität umgangssprachlich: „Das war ein schöner Gottesdienst“. Subjektive, oft nicht bewusst reflektierte Äußerungen über Gottesdienste, denen aber sehr wohl latente Qualitätskriterien zugrunde liegen.
  • Gottesdienstqualität als bewusst gesetzte Qualitätsanforderungen, etwa: Stimmigkeit, roter Faden, Authentizität, Verständlichkeit, Lebensnähe, präsentes Auftreten, Beteiligung der Gemeinde, etc..

Für die Qualitätsbetrachtung von Gottesdiensten ist es hilfreich, in ständiger Wechselwirkung Qualität als Wesensbestimmung von Gottesdienst und Qualität als Erfüllungsgrad von daraus abgeleiteten Anforderungen miteinander in Beziehung zu setzen. Dadurch wird deutlich, dass Qualität (im Sinne des Qualitätsmanagements) kein absoluter, sondern ein relativer Begriff ist – abhängig von der theologischen Wesensbestimmung des Gottesdienstes.