Reformationstag - "Was zählt?"

GOTTESDIENST ZEITGLEICH - Reformationstag, 31.10.2021, 10 Uhr

Glocken läuten · Kerze entzünden · Einstimmung

Leg dir ein Blatt Papier und einen Stift bereit. Später werden wir das brauchen.

(eine*r in der Hausgemeinschaft liest)

Reformationstag – „Hier stehen wir“
Mehr Aufgaben als Lösungen, wenn wir um uns schauen.

zwischen Reformation und Restaurierung.
Aus eigener Kraft allein ist das nicht zu schaffen.

Wo sich bergen, wie sich schützen?

Mit Gottes Wort, unserem Grund.
Mit Jesus Christus, unserem Bruder.
Mit dem Heiligen Geist,
der uns verbindet und aufrichtet.

So lasst uns teilen, was uns trägt,
sehen, was unser Leben erhellt,
Gemeinschaft erleben
und feiern im Namen des dreieinigen Gottes,
des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Lied „Ein lichte Burg ist unser Gott“

 (gesungen oder angehört oder vorgelesen)

Gebet
(eine*r in der Hausgemeinschaft betet)

Kleine Schritte im Alltag, Entscheidungen für die Zukunft unserer bedrohten Welt.
Wie gestalten wir, was zu tun ist?
Wie finden wir Lösungen, die vor dir bestehen?
Wie finden wir dich, guter Gott,
im Kleinen wie im Großen?

Guter Gott, du Quelle und Ziel des Lebens,
erbarme dich unser.

Vertraute Wege im Alltag müssen wir verlassen.
Neues will wachsen.
Wie geht´s weiter mit meinen und mit unseren Plänen?
Wie kann ich richtig leben?
Wie glaube ich Dir?

Guter Gott, du Quelle und Ziel des Lebens,
erbarme dich unser.

Wir Christinnen und Christen sind mit vielen Schwestern und Brüdern eine weltweite Glaubensgemeinschaft.
Wo finden wir gute Baustoffe für deine Kirche?
Uns zum Segen, Dir zur Ehre?

Guter Gott, du Quelle und Ziel des Lebens,
erbarme dich unser.

- Stille -

Mit allem, was ich bin,
komme ich zu dir:
mit Wünschen, mit den Sorgen
und mit meiner Freude.
Ich komme zu dir:
mit festem Schritt,
auf engen Wegen,
schwankend, hoffend, bittend.
Sei Du jetzt bei mir,
um mich,
über mir,
in mir.
 Amen

- Stille -

Hinführung zur Lesung am Reformationstag
(eine*r in der Hausgemeinschaft liest)

Wie gut, wenn da jemand weiß, wie´s geht,
wenn jemand sagen kann, wie du und ich, wie wir richtig leben und lieben, wie wir zufrieden, glücklich, ja sogar selig werden können.

Zu Jesu Zeit wollten die Menschen dies wissen; ganz so wie wir heute.
Die kleinen und großen menschlichen Fragen sind gleich.
Und nicht nur dies:
Die Antworten der Bibel, Jesu Worte, die wir als seine Bergpredigt kennen, reichen von damals bis heute.
Im fünften Kapitel des Matthäus-Evangeliums heißt es:

Bibeltext des Tages aus dem Matthäusevangelium 5, 1-10
(eine*r in der Hausgemeinschaft liest) Einheitsübersetzung, 2016

Als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf den Berg. Er setzte sich und seine Jünger traten zu ihm. Und er öffnete seinen Mund, er lehrte sie und sprach:
Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.
Selig die Sanftmütigen; denn sie werden das Land erben.
Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden.
Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.
Selig, die rein sind im Herzen; denn sie werden Gott schauen.
Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden. Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen;
denn ihnen gehört das Himmelreich.

Lied: Schau hin

(gesungen oder angehört oder vorgelesen)

Verkündigungsimpuls zu Matthäus 5, 1-10 / Seligpreisungen der Bergpredigt
(eine*r in der Hausgemeinschaft liest)

Manchmal sind Worte wie schillernde Edelsteine oder wie Gold.
Sie nisten sich ein und schimmern lange nach. Sie wiegen schwer
und kommen zuweilen ganz leicht daher.
Sie erzeugen ein leises Summen, das Herz stimmt ein.
Du wirst das schaffen.
Deine Sorgen werden verfliegen.
Gott sucht dich, bis er dich findet.

Ich erinnere mich an Worte, die mich selig gemacht haben.
Ich krame sie hervor und halte sie ins Licht.
Einige davon haben Jahre überdauert, in denen ich älter geworden bin.
Sie sind jung geblieben.

Sätze ohne Fragezeichen, Sätze ohne "du sollst".

Manchmal weiß ich nicht mehr, wer sie gesagt hat.
Aber manchmal sehe ich sogar noch den Mund vor mir,
der sich öffnete für diese Worte.
Manchmal die Augen, die es gut mit mir meinen,
seit ich auf der Welt bin. Oder seit ein paar Wochen,
in denen sich etwas verwandelt hat.

Von Jesus wurden viele Worte über das Land verstreut.
Einige gingen umher wie Lauffeuer.
Von Mund zu Mund, von Seele zu Seele.
Einige Worte von Jesus scheinen wie aus der Höhe herabgestiegen.

Einmal wurden welche an rissfesten Seilen hinabgesenkt. Vom Berg aus.
Jede und jeder konnte sich was nehmen davon. Für die eigenen vier Wände
oder das Leben im Dorf mit den ganzen Menscheleien.

Ihr seid meine seligen Kinder.
Ich kämpfe für euch mit, wenn ihr sucht, was gerecht ist für alle.
Ich ehre eure Verletzlichkeit.
Ich wache über euch, wenn ihr traurig seid.
Ich segne euch in eurer Arbeit für Frieden.

Manchmal geht mir auf halber Strecke die Puste aus.
Ich will etwas anders machen als bisher.
Wo hat sich die Gehhilfe versteckt?
Und dann finde ich einen vergilbten knittrigen Zettel, auf dem steht:

Selig die arm sind vor Gott,
denn ihnen gehört das Himmelreich.

Meine hungrige, strauchelnde Seele legt die Worte an
einen sicheren Platz. Oder hat wer anders das gemacht?

Selig bist du, mein Kind.
Selig seid ihr, meine Kinder.

Amen.
(Text: Christine Behler)

Etwas tun

Nimm das bereitgelegte Blatt Papier.
Wo hast du Gottes Segen gesehen, erfahren, gespürt in deinem Leben?
Schreibe die drei wichtigsten Erfahrungen „unsichtbar“ nur mit deinem Finger auf dein Blatt.
Dazu kannst du dir die folgende Musik anhören.

Lied „Wir haben Gottes Spuren festgestellt“

(gesungen oder angehört oder vorgelesen)

Gebet
(eine*r in der Hausgemeinschaft betet, oder alle beten gemeinsam)

Wir sind viele. Gerufen von einer Stimme,
die weit ins Land hallt.
Wir sind dein Echo, wenn wir singen und suchen,
niederknien zum Beten und aufrecht weitersagen,
was wir von dir vernommen haben.
Du nimmst Gesagtes und Ungesagtes auf von uns und wandelst es in Segen.
Wir müssen nicht werden, wir sind schon.
Angestrahlt von fernem Glanz.
Mit Würzkraft versehen, die aus Tiefen gehoben wird.
Licht in der Welt. Salz der Erde.
Wir sind es schon.
Wir sind viele.

Und so beten wir mit den Worten, die Du in unser Herz gelegt hast:
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Segen
(Hände öffnen und laut sprechen:)

Gott segne uns und behüte uns.
Gott lasse das Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.
Gott erhebe das Angesicht auf uns und gebe uns Frieden.
Amen.

Lied Lobe den Herren / Mercy Is Falling

(EG 316, Vers 4 / freiTöne 76)

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