Kapelle

Bild: Michaeliskloster/ Jonas Kretschmann

„Einer der prägenden Wegbereiter der Hannoverschen Posaunenchorarbeit“

Nachricht Posaunenwerk, 14. Februar 2020

KMD Landesposaunenwart i.R. Hans-Jürgen Lange ist verstorben.

Foto: Privat

Das Posaunenwerk trauert um seinen früheren Landesposaunenwart Kirchenmusikdirektor i.R. Hans-Jürgen Lange. Er verstarb am 10. Februar im Alter von 94 Jahren.

Geboren und aufgewachsen ist Hans-Jürgen Lange in Danzig. Nach den Wirren der Kriegsjahre kam er nach Hannover. Dort absolvierte er von 1945 bis 1949 eine Ausbildung zum Diakon in der Tradition der Brüder des Stephansstiftes und dazu das Studium der Kirchenmusik bis zum Abschluss mit dem A-Examen.

1950 übernahm er als Landesposaunenwart die musikalische Leitung des Posaunenwerkes. Zumindest für eine „Anschubzeit“ von fünf bis sechs Jahren, hieß es zunächst, so konnte man ihn gewinnen. Geworden sind daraus runde 40 Dienstjahre, ehe er 1990 in den Ruhestand verabschiedet wurde. In dieser Zeit und Funktion wurde er 1958 zum Kantor und 1966 zum Kirchenmusikdirektor ernannt.

Hans-Jürgen Lange setzte Maßstäbe. Er legte Grundsteine für eine sich immer weiter entwickelnde qualifizierte und im guten Sinn professionalisierte Arbeit mit und für die Posaunenchöre unserer Kirche. Die Chorleiterausbildung wurde intensiviert, ein Ausbildungs- und Fortbildungskonzept entworfen. Er galt als der Motor für eine musikalische Weiterentwicklung, war Anreger und Vorreiter für Innovatives in der Bläserarbeit seiner Zeit. Oberstes Ziel blieb dabei stets, durch Qualität die musikalische Verkündigung der christlichen Botschaft zu fördern.

Für dieses Ziel setzte sich Hans-Jürgen Lange unbeirrbar ein – noch über seine Dienstzeit hinaus. Mit genauen Vorstellungen und Visionen für das, was er als „Zukunftsmusik“ entworfen haben wollte, wusste er zu fördern und zu fordern, ohne dabei die Basis aus dem Blick zu verlieren. Wie es einer seiner Weggenossen einmal ausdrückte: „Den Spagat zwischen sinnvoller Breitenarbeit und gezielter Leistungsförderung einzelner Chöre und Chorleiter konnte er überzeugend gestalten und mitunter auch aushalten“. Er ließ sich dabei nie entmutigen. Hans-Jürgen Lange dachte immer nach vorn und hat das Posaunenwerk und viele, viele Bläserinnen und Bläser in seiner Dienstzeit auf diese Weise nach vorn gebracht.

„Unser Posaunenwerk sowie die Bläserarbeit im Bundesverband haben Hans-Jürgen Lange viel zu verdanken“, sagt die heutige Landespastorin für die Posaunenchorarbeit, Marianne Gorka: „Mit hohem Sinn für Qualität und unermüdlichem Einsatz hat er dieses Amt und den Berufsstand des Posaunenwartes geprägt. Auch seine kompositorischen und publizistischen Leistungen bleiben unvergessen. Zudem gehörte er zu den Gründungsmitgliedern unseres Fördervereins.“

Überregional war Hans-Jürgen Lange 1962-92 Vorstandsmitglied im Posaunenwerk der EKD. Er war einer der Gründer der Arbeitsgemeinschaft der Posaunenwarte im Posaunenwerk der EKD, arbeitete im Musikausschuss mit und war Schriftleiter des Magazins „Der Chorleiter“. 1961-89 wirkte er bei der Vorbereitung und Durchführung der deutschen ev. Kirchentage mit.

Hans-Jürgen Lange hat der Posaunenchorarbeit viele Impulse gegeben und den einzelnen Sprengeln und Diensten ihre ganz besondere Bedeutung. Nun ist Hans-Jürgen Lange in gesegnetem Alter verstorben. Dankbar und achtungsvoll vertrauen wir ihn der bleibenden Gegenwart Gottes an.

Foto: privat