liturgische Bausteine für Taufgottesdienste

Hinführungen Mt 28 (Taufbefehl)

Wir taufen, weil Jesus selbst gesagt hat: geht los.
Aufgeschrieben sind diese Worte im Matthäusevangelium.


Taufe ist Verbindung zwischen Erde und Himmel.
Ist ewige Bindung zum Himmlischen.
Als Jesus auferstanden war, sprach er die Worte, die nach Matthäus überliefert sind.

Segensformulierungen

Eltern, Geschwister und Pat:innen halten gemeinsam ihre Hände über den Täufling, während ich spreche:
Gott segne die Erde, über die du gehst.
Gott segne die Menschen, in deren Mitte du stehst.
In seinem Licht lasse er dich leben, um dir die Fülle des Lebens zu geben.
So segne dich der liebende Gott …

Herkunft unbekannt, weitertradiert und umformuliert von A. Bremer


Gott segne dich und behüte dich.
Er schenke dir ein offenes Herz und einen wachen Geist.
Er wecke den Glauben in dir und erfülle dein Leben mit Liebe.
amen

Alle, die mögen (Eltern, Paten am Taufbecken, Geschwister …), halten ihre Hände über den Täufling. Eine:r spricht den Segen.

Alle, die gemeinsam segnen, stellen sich um den Täufling bzw. jemanden, der den Täufling hält.
Jede:r formuliert Segenswünsche. Eine:r spricht am Ende ein Segenswort.

Gott behüte euch.
Er begleite euch auf dem Weg durchs Leben, den ihr gemeinsam und jede:r für sich geht.
Er schenke euch Liebe und Geduld, Phantasie und Freude.
Und Liebe, die trägt, hofft und glaubt.
Er gebe euch Kraft, gemeinsam schwarze Zeiten auszuhalten.
Und Freude an goldenen Zeiten.
Es segne und behüte euch Gott - Vater, Sohn und Heilige Geistkraft.

Elisabeth Rabe-Winnen

Predigtideen

Kurzform der Ansprache

Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen. (Psalm 91,11)
Oder auch: Expecto patronum! (Dabei halte ich einen Zauberstab hoch.)
Wenn Harry seinen Zauberspruch gegen die lebensfeindlichen Dementoren einsetzt, strömt ein silbriger Faden aus dem Zauberstab und hüllt ihn undurchdringbar ein. Expecto patronum!
Ich warte auf einen, der mich beschützt!
Heute haben NNs Eltern und Pat:innen stellvertretend für den Kleinen bei seiner Taufe "Expecto patronum!" gesagt. "Wir warten und hoffen auf den Einen, der unser Kind beschützt."
Ich wünsche NN, dass er viel später davon zu erzählen weiß, wie sich Gottes Schutz wie ein silbriger Faden aus einem Zauberstab um ihn legte, so dass keine lebensfeindliche Macht ihm etwas im Leben anhaben konnte. Sowas Tolles kann Gott wirken - durch uns.
Expecto patronum und Amen.

Anja Bremer

Predigen mithilfe eines (Leinen)Tuches, in das der Täufling gelegt wird. Alle, die das Tuch halten, sind sichtbare Schar der Engel und vielleicht auch der Gemeinschaft der Getauften. Über Engel und Vorstellung und sichtbare und unsichtbare Begleitung auf dem Lebensweg predigen. Spätestens ab dem Moment des Tuches frei predigen.

Erfahrung: der Täufling, der sowieso im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht, wird so nochmal in die Mitte genommen - hohe Konzentration

Idee von Elisabeth Rabe-Winnen und Valentin Winnen

Eine Taufe im Freien an einem Brunnen mit vielen Kindern. Ich sitze auf dem Brunnenrand, die Kinder im Halbkreis im mich herum, die Erwachsenen dahinter.
 
Kennen Sie/kennt ihr die Geschichte von Swimmy?
Dann wird es höchste Zeit, sie kennenzulernen…
Bilderbuch vorlesen – blättern – erzählen – entdecken lassen…
 
„Gott hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen.“ (Psalm 91,11)
Diesen Taufspruch habt ihr für NN ausgesucht.
Ich glaube, das mit den Engeln in NNs Leben wird so sein wie das mit dem Fischschwarm für Swimmy:
In Gemeinschaft ist NN stark, andere werden sie/ihn in ihre Mitte nehmen, wenn sie/er sich was nicht traut – und vielleicht wird sie/er auch mal das Auge für andere sein und damit zum Engel werden für andere Menschen. Das wünsche ich NN von Herzen.
Amen.

Anja Bremer

"Geh noch nicht weg!" sagt das Mädchen, als ihre Mutter aus ihrem Zimmer geht Die Gute-Nacht- Geschichte ist gelesen. Und das Lied gesungen. Jeden Abend "Weißt Du wie viel Sternlein stehen". Und manchen Abend sagt sie dann: "Geh noch nicht weg!" Und ihre Mutter sagt dann: "Ich lass die Tür noch einen Spalt offen." Damit Licht hineinfällt. Es nicht völlig dunkel ist. Ihre Tochter beruhigt einschläft.
Wir wünschen uns, dass da immer jemand ist. Wenn wir klein sind, sprechen wir das aus: "Geh noch nicht weg!". Wenn wir größer werden, wünschen wir es uns leiser. Dass da immer jemand sein möge. Dass man behütet sein möge auf dem Weg. Was auch passiert.
Gott verspricht: Ich bin bei Euch alle Tage. Er verspricht das bis an das Ende der Welt. Und sein Versprechen ist unser Wunsch.

Du kannst nicht tiefer fallen
Als nur in Gottes Hand
Die er zum Heil uns allen
Barmherzig ausgespannt.

Wir sind von Gott umgeben
Auch hier in Raum und Zeit
Und werden in ihm leben
Und sein in Ewigkeit.
(Arno Pötzsch, 1941)

Wir gehen. Umengelt.
Wir gehen. Gesehen von Gott. Und behütet.
Amen

Elisabeth Rabe-Winnen

Die Eltern bekommen eine Einwegkamera zur Taufe des Kindes geschenkt und können sie gleich einsetzen.

Gott legt den Farbfilm ein für das neue Leben. Da kommen Freude und Tränen, schöne und schwere Momente. Bei ihm ist alles in Bildern festgehalten. Ritsch-ratsch. Und Gott verscherbelt die Lebensbilder seines Menschenkindes nicht gegen Geld an die B...zeitung, sondern bewahrt alle Lebensschnappschüsse in einem großen Album auf, schaut sie sich liebevoll an und freut sich daran, wie sich der Segen im Leben von NN ausbreitet.

Ich glaube, Gott ist ein toller Fotograf und Sammler. Auch die S/W-Filme unseres Lebens vermag er in Farbe zu tauchen. Und bin ich mal überbelichtet, sortiert er mich nicht aus. Auf Lebensfotos, die vor lauter Schwarz keine Konturen mehr sichtbar werden lassen, gießt er zur Entwicklung seine Liebe aus.

Und - wenn du schon mal in einer Dunkelkammer bei einer Fotografin warst, weißt du, was ich meine: Es ist ein faszinierender Moment, wenn das Fotopapier im Entwickler liegt. Langsam werden die Konturen überhaupt erst sichtbar. Und am Ende kommt der vielleicht außergewöhnlichste Schnappschuss deines Lebens ans Tageslicht.
Ich traue Gott dasselbe in der Taufe zu: Die faszinierenden Konturen eines Menschenkindes werden sichtbar durch die Entwicklung in seinem Segen.
Amen.

Anja Bremer