GOTTESDIENST ZEITGLEICH

Glocken läuten · Kerze entzünden · Einstimmung

Einstimmung
(laut für sich lesen oder eine*r in der Hausgemeinschaft liest vor)

Es ist der zweite Advent.
Die Kerzen leuchten.
Jedes Licht erinnert uns: Gott kommt!
Mit jedem Licht wird es ein wenig heller.
Mit jedem Licht kommen wir dem Wunder näher.

Seht auf und erhebt eure Häupter,
denn eure Rettung kommt bald. (nach Lukas 21,28)

Gott, komm, zu uns.
Wir richten uns auf.
Wir sehen auf.
Wir richten uns auf an vielen Orten. Verstreut und verbunden.
Wir richten uns auf, öffnen unsere Herzen und feiern in seinem Namen.
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit;
Es kommt der Herr der Herrlichkeit,
Ein König aller Königreich,
Ein Heiland aller Welt zugleich,
Der Heil und Leben mit sich bringt;
Derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott,
Mein Schöpfer reich von Rat.

Er ist gerecht, ein Helfer wert;
Sanftmütigkeit ist sein Gefährt,
Sein Königskron ist Heiligkeit,
Sein Zepter ist Barmherzigkeit;
All unsre Not zum End er bringt,
Derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott,
Mein Heiland groß von Tat.

Komm, o mein Heiland Jesu Christ,
meins Herzens Tür dir offen ist.
Ach zieh mit deiner Gnade ein;
dein Freundlichkeit auch uns erschein.
Dein Heilger Geist uns führ und leit
den Weg zur ewgen Seligkeit.
Dem Namen dein, o Herr,
sei ewig Preis und Ehr.
Text: Georg Wessel (1642)
Melodie: Halle 1704

Lesung: Lukas 21,25-28 (Lutherübersetzung)
(laut für sich lesen oder eine*r in der Hausgemeinschaft liest vor)

Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen,und auf Erden wird den Völkern bange sein, und sie werden verzagen vor dem Brausen und Wogen des Meeres, und die Menschen werden vergehen vor Furcht und in Erwartung der Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde; denn die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen. Und alsdann werden sie sehen den Menschensohn kommen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.

Tochter Zion, freue dich!
Jauchze laut, Jerusalem!
Sieh, dein König kommt zu dir!
Ja, er kommt, der Friedefürst.
Tochter Zion, freue dich!
Jauchze laut, Jerusalem!

Hosianna, Davids Sohn,
Sei gesegnet deinem Volk!
Gründe nun dein ew'ges Reich.
Hosianna in der Höh'.
Hosianna, Davids Sohn,
Sei gesegnet deinem Volk!

Hosianna, Davids Sohn,
Sei gegrüßet, König mild!
Ewig steht dein Friedensthron,
Du, des ew'gen Vaters Kind.
Hosianna, Davids Sohn,
Sei gegrüßet, König mild!
Text: Friedrich Heinrich Ranke (1826)
Melodie und Satz: Georg Friedrich Händel (1747)

Verkündigungsimpuls
(Text lesen oder eine*r liest vor)

Menschen halten Ausschau nach ihm.
Sie wollen ihn sehen. Sie wollen hören, wie gütig Gott ist. Sie wollen von ihren Nöten erzählen. Menschen halten Ausschau nach ihm, denn es wird viel erzählt: Von Goldklumpen, Schiffern im Sturm, von offenen Fenstern, vom Kornwunder und von Träumen. In Myra halten sie Ausschau nach ihm: Bischof Nikolaus.

Er redete nicht nur vom Leben in Gottes Nähe, nein, er wusste, was die Menschen brauchten, sah nicht weg, wenn Not war und stellte sie in Gottes Nähe. Ausschau halten, nach einem, der aus der Güte Gottes lebt: Kennst du den Herrn Nikolaus?

Lied  
Kennst du den Herrn Nikolaus
vom Sonntagsmaler Hans Hentschel gemalt

https://www.youtube.com/watch?v=vHEQ0c6FfBU&feature=emb_title 
Text: Jan van Lingen
Musik: Fritz Baltruweit

Menschen halten Ausschau!
Selbst ich halte heute Morgen Ausschau nach meinen Schuhen und erinnere Kindheitserfahrungen mit dem Nikolaus: Schuhe putzen am Vorabend des Nikolaustages. Die Vorfreude und das mulmige Gefühl in der Schule, wenn Nikolaus im Bischofsgewand als Visitator von Klasse zu Klasse ging, mit seinen weißen Handschuhen, dem Stab und dem goldenen Buch. Eigentlich hatte ich nichts zu befürchten, doch das mulmige Gefühl blieb mit dem Knecht Ruprecht im Klassenzimmer. Und am Abend das lange Warten mit allen Kindern der Stadt am Schiffsanleger der Ems. Hell erleuchtet winkte der Bischof in seinem kostbaren Gewand und es dauerte nicht lange, da hatten alle Kinder einen Weckmann mit Tonpfeife in der Hand. Lasst uns froh und munter sein…

Eigene Nikolaus-Kindheits-Erinnerungen teilen.

Menschen halten Ausschau! Gott, komm zu uns!
Es fällt nicht immer leicht, froh und munter zu sein.

Erinnerungen an rettende Momente im Leben teilen.
Wo und wann haben Sie Rettung erfahren? Wo und wann wurden Sie überrascht?
Gibt es Heimlichkeiten, Schokolade oder geputzte Schuhe, die Sie dankbar erinnern lassen?

Der Wochenspruch kann uns auch eine Anleitung sein:
Richtet euch auf! Körperlich.
Seht auf! Verändert den Blickwinkel, die Perspektive.
Und verliert Gott nicht aus dem Blick: Denn eure Erlösung naht!

Etwas tun
Mit kleinen Zeichen können wir einander die Verbundenheit in Christus ausdrücken.
Für manche Menschen in den Legenden des Nikolaus kam die Rettung heimlich und kontaktlos. Aber mit Beziehungen. Denken Sie über ihre Beziehungen nach. Über sehen und gesehen werden, über hören und gehört werden und über Erfahrungen der Güte Gottes.

  • Gibt es jemandem, dem ich einen guten Dienst tun kann?
  • Wem könnte ich heute eine Überraschung „durchs Fenster werfen“ (bei winterlichen Temperaturen kann es auch der Briefkasten sein). Z.B. einen Gruß schreiben und erinnern: Mit diesen Worten/mit dieser Hilfe hast du mich gerettet!
  • Wen kann ich heute mit einem Anruf überraschen und fragen: Wie geht es Dir?
  • Wem möchte ich Geld spenden? Ein Hilfs-Projekt aussuchen.
  • Wen überrasche ich heimlich mit selbstgebackenen Nikolaus-Gebäck?

Fürbitten und Vaterunser
(eine*r betet für sich oder für alle in der Hausgemeinschaft)

Gott,
Komm zu uns, an viele Orte, in viele Häuser.
Wir richten uns auf und warten auf dich.

In deine Hände legen wir:
Unsere Müdigkeit und unsere Sorgen.
Unsere Einsamkeit und unsere Trauer.
Unsere Fragen und alle Ungewissheit.
Unsere Erwartungen und unsere Hoffnungen.
Unsere Dankbarkeit und unsere Freude.

Gott,
Komm zu uns, an viele Orte, in viele Häuser.
Wir richten uns auf und warten auf dich.

In deine Hände legen wir:
Die Ängste und Sorgen der anderen.
Die Unruhe von Menschen auf der Flucht.
Die Zerrissenheit von Menschen, die auf der Suche sind.
Die vielen Aufbrüche und Hoffnungszeichen in der Welt.
Die kleinen Schritte des Friedens.

Gott,
Komm zu uns, an viele Orte, in viele Häuser.
Wir richten uns auf und warten auf dich.

Wir beten, wie du es uns gezeigt hast:

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Seht, die gute Zeit ist nah, Gott kommt auf die Erde, kommt und ist für alle da, kommt, dass Friede werde, kommt, dass Friede werde.

Hirt und König, Groß und Klein, Kranke und Gesunde, Arme, Reiche lädt er ein, freut euch auf die Stunde, freut euch auf die Stunde.

Text und Melodie: Friedrich Walz (1972)

Segen

Hände öffnen und laut sprechen:
Gott segne uns und behüte uns.
Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.
Gott erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden.
Amen.

und/oder:
Fenster öffnen. Einatmen. Ausatmen.
Sagen:
Ich bin nicht allein. Sein Licht leuchtet für mich. Danke.

Evtl. Kerze ausblasen

Susanne Paetzold