Photo by Aaron Burden on Unsplash
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GOTTESDIENST ZEITGLEICH

Glocken läuten · Kerze entzünden · Einstimmung

Kerze entzünden

Einstimmung
(Eine*r in der Hausgemeinschaft liest)

Übersetzung: „Gute Nachricht“

„Hört! Jemand ruft:
Bahnt Gott einen Weg durch die Wüste,macht in der Steppe eine ebene Bahn unserm Gott! Füllt die Täler auf, ebnet Berge und Hügel ein, räumt alle Hindernisse aus dem Weg! Gott wird kommen in seiner ganzen Herrlichkeit, und alle Menschen werden es sehen.
Gott selbst hat das gesagt.“

Das hat der Prophet Jesaja vor 2800 Jahren seinen Landsleuten zugesagt, ja zugerufen dem rat- und mutlosen Volk Israel. Wir hören diese alten Worte und können sie gerade jetzt so gut gebrauchen, heute am dritten Adventssonntag des Jahres 2020.

Wir sind gemeinsam auf dem Weg zur weihnachtlichen Krippe. Und wir fühlen uns in diesen Tagen wie auf dem langen Marsch durch eine Wüste. Jesaja sagt, dass es gut ist, wenn wir gerade jetzt unsere Kräfte bündeln.

Lasst uns Gott einen Weg bahnen in dieser Stunde, in dieser Zeit. Lasst uns gemeinsam vertrauen auf seine tröstende und heilsame Gegenwart, räumlich getrennt vielleicht und doch verbunden.
Lasst uns feiern in seinem Namen,
im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Amen

Wie soll ich dich empfangen und wie begegn‘ ich dir,
o aller Welt Verlangen, o meiner Seelen Zier?
O Jesu, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei,
damit, was dich ergötze, mir kund und wissend sei.

Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Himmelszelt
als das geliebte Lieben, damit du alle Welt
in ihren tausend Plagen und großen Jammerlast,
die kein Mund kann aussagen, so fest umfangen hast.

Das schreib dir in dein Herze, du hochbetrübtes Heer,
bei denen Gram und Schmerze sich häuft je mehr und mehr;
seid unverzagt, ihr habet die Hilfe vor der Tür;
der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier.

Ihr dürft euch nicht bemühen noch sorgen Tag und Nacht,
wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht.
Er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust,
all Angst und Not zu stillen, die ihm an euch bewusst.

T: Paul Gerhardt, M: Johann Crüger

Gebet
(eine*r in der Hausgemeinschaft betet, oder alle beten gemeinsam)

Gott, unser Schöpfer, wir danken dir, dass du für uns da bist.
Danke, dass du in Jesus Christus zu uns kommst.
Danke, dass du im Heiligen Geist mitten unter uns bist – hier und jetzt.
Das möchten wir erfahren.
Dich loben wir.
Dein Licht soll in unserem Leben leuchten.
Amen

Hinführung zum Bibeltext des Tages
(eine*r in der Hausgemeinschaft liest)

Der Täufer Johannes hat zur Buße und Umkehr zu Gott aufgerufen – wie viele Propheten vor ihm. Er kündigte eine neue Zeit an, die mit Jesus Christus beginnt.
Im Lukasevangelium, Kap. 1, ist das Gebet des Zacharias, dem Vater von Johannes, nach dessen Geburt überliefert. Zacharias lobt darin Gott für die Befreiung seines Volkes Israels. Er verkündet, dass Johannes die Menschen vorbereiten wird für das Kommen des Messias, den Retter der Welt, Jesus Christus. Er ist das Licht für die Welt.

Bibeltext des Tages aus dem Lukasevangelium 1, 69-79
(eine*r in der Hausgemeinschaft liest)

Übersetzung: „Hoffnung für alle“

Zacharias, der Vater von Johannes, wurde mit dem Heiligen Geist erfüllt und verkündete, was Gott ihm eingegeben hatte: »Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! Er ist zu unserem Volk gekommen und hat es befreit. Er hat uns einen starken Retter geschickt, einen Nachkommen seines Dieners David. So hatte er es durch seine heiligen Propheten schon vor langer Zeit verkündet: Er wird uns vor unseren Feinden retten und aus der Hand aller Menschen, die uns hassen. Damit erweist er sich unseren Vorfahren gegenüber barmherzig und zeigt, dass er seinen heiligen Bund nicht vergessen hat, den Eid, den er unserem Vater Abraham geschworen hat. Darin sagt er ihm zu, dass er uns, seine Nachkommen, aus der Hand unserer Feinde befreit. Dann können wir ohne Furcht in seiner Gegenwart leben und ihm unser Leben lang dienen als Menschen, die ihm gehören und seinen Willen tun.

Und dich, mein Sohn, wird man einen Propheten des Höchsten nennen. Du wirst vor dem Herrn hergehen und ihm den Weg bahnen. Seinem Volk wirst du zeigen, dass es durch die Vergebung seiner Sünden gerettet wird.

Gott vergibt uns, weil seine Barmherzigkeit so groß ist. Aus der Höhe kommt das helle Morgenlicht zu uns, der verheißene Retter. Dieses Licht wird allen Menschen leuchten, die in Finsternis und Todesfurcht leben; es wird uns auf den Weg des Friedens führen.«

Verkündigungsimpuls zu Lukas 1, 67-79
(eine*r in der Hausgemeinschaft liest)

Zacharias macht eine Erfahrung, die gegen jede menschliche Erfahrung spricht. Seine Frau bekommt ein Kind, obwohl beide schon sehr alt sind. Da bricht aus ihm das überschwängliche Lob Gottes heraus. Er ist im wahrsten Sinne des Wortes „begeistert“.

Die Geburt seines Sohnes Johannes hatte sich erfüllt. Das lässt ihn jubeln. Aber Zacharias vertraut auf noch mehr. Er ist gewiss: Gott ist treu, er steht zu seinem Wort. Zacharias ist durchdrungen von einer Hoffnung, die nicht bei menschlichen Erfahrungen stehen bleibt. Eine Hoffnung, die von Gott alles erwartet.

Er benutzt das Bild vom Licht, für Jesus. Damit es hell wird im Leben der Menschen. Manche meinen, gerade in dieser Zeit, in der wir jetzt leben, verfinstere sich die Welt. Wie schön, wenn endlich ein Lichtblick da wäre, dass sich unser Leben wieder normalisiert. Andere erleben Dunkelheit, wo man nicht mehr miteinander redet. Dunkel wird es, wo Beziehungen zerbrechen. Manche haben Angst, die Arbeit zu verlieren. Es gibt einige Umstände, die nach menschlichem Ermessen eher hoffnungslos klingen.

Ich möchte von Zacharias lernen. Ich will nicht aufhören, Gott zu loben!

Gott zu loben kann ganz unterschiedlich aussehen. Der eine tut es in der Stille, die andere ruft es laut heraus. Einer betet, eine andere singt.

Manchmal verstehe ich Gottes Handeln nicht. Ich frage mich, warum er nicht eingreift. Manchmal könnte ich an dem verzweifeln, was um mich herum passiert. Trotzdem will ich nicht aufhören, Gott zu loben!

Denn Advent heißt: Gott kommt bei uns Menschen an. Damit es hell wird im Leben. So ist mein Glaube getragen von der Hoffnung auf Jesus Christus. Von ihm lasse ich mich immer wieder neu begeistern.

Das Paradies wird es auf der Erde nicht geben. Menschen werden weiter Leid und Schuld erfahren. Aber Gottes Licht leuchtet da, wo Glaube konkret gelebt wird.

Hell wird es,
- wenn ich anderen vergeben kann.
- wenn ich unerwartet Hilfe erfahre.
- wo Leben sich zum Guten wandelt.
- wo Menschen wieder Hoffnung haben.
Hoffnung auch gegen unsere menschlichen Erfahrungen.

Hoffnung auf die Ewigkeit.

Amen

Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern.
So sei nun Lob gesungen dem hellen Morgenstern!
Auch wer zur Nacht geweinet, der stimme froh mit ein.
Der Morgenstern bescheinet auch deine Angst und Pein.

Noch manche Nacht wird fallen auf Menschenleid und -schuld.
Doch wandert nun mit allen der Stern der Gotteshuld.
Beglänzt von seinem Lichte, hält uns kein Dunkel mehr,

von Gottes Angesichte kam euch die Rettung her.
(T: Jochen Klepper, M: Johannes Petzold)

Fürbitte und Vaterunser
Eine*r liest, oder alle sprechen gemeinsam:

Guter Gott, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.

- - - - - - - - -   Kurze Stille   - - - - - - -

Herr, lass mich trachten,
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.

- - - - - - - - -   Kurze Stille   - - - - - - -

Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

- - - - - - - - -   Kurze Stille   - - - - - - -

Wir beten zu dir mit Worten,
die uns im Herzen wohnen:

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

(Quelle: Friedensgebet des Franz von Assisi)

Vorbei sind die Tränen, das Weinen, der Schmerz,
vorbei sind das Elend, der Hass und der Streit,
das Neue wird sein, gibt uns neue Kraft,
es ist da im Hier und im Jetzt.

Himmel und Erde werden neu, nichts bleibt, wie es ist.
Himmel und Erde, Himmel und Erde bekommen ein neues Gesicht.

Vorbei ist die Herrschsucht, die fressende Macht,
die drohenden Fäuste sind nicht mehr geballt,
das Neue ist da, gibt uns neue Kraft,
ist bei uns im Hier und im Jetzt.

Himmel und Erde werden neu, nichts bleibt, wie es ist.
Himmel und Erde, Himmel und Erde bekommen ein neues Gesicht.

Gott wohnt bei den Menschen, die Zeit ist erfüllt,
Gott wischt ab die Tränen, er tröstet, er lacht,
Gott macht alles neu, gibt uns neue Kraft,
ist bei uns im Hier und im Jetzt.

Himmel und Erde werden neu, nichts bleibt, wie es ist.
Himmel und Erde, Himmel und Erde bekommen ein neues Gesicht.

(T: Lothar Teckemeyer, M: Wolfgang Teichmann)

Abschluss
(eine*r in der Hausgemeinschaft liest)

Gott sei über dir und bewahre dich vor Übel.
Gott sei in dir und gebe dir Kraft, Gelassenheit und Mut für die Aufgaben, die vor dir liegen.
Gott umgebe dich von allen Seiten und schenke dir ein weites Herz.

Es segne dich der dreieinige, barmherzige Gott und gebe dir Frieden.
Amen

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