Photo by Aaron Burden on Unsplash
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Ostersonntag

4.4.2021 – Ostersonntag, 10.00 Uhr

Ostersonntag
Foto: Susanne Metz / pixelio.de

GOTTESDIENST ZEITGLEICH

Glocken läuten · Kerze entzünden · Einstimmung

Gebet

Eine*r in der Hausgemeinschaft betet, oder alle beten gemeinsam

Du Gott des Lebens,
du hast die Dunkelheit unserer Welt durchbrochen an jenem Ostermorgen. Du hast einen neuen Anfang geschenkt, als alle nur auf das Ende blickten.
Versteinertes hast du ins Rollen gebracht, Erstarrtes in Bewegung.
Die Schatten der Angst hast du zur Seite gewischt.
Lass dein Licht auch unseren Ostermorgen erleuchten.
Schenke Mut, das Unglaubliche zu glauben,
damit auch wir das Leben finden.
Amen.

Hinführung zum Markus 16,1-8

eine*r in der Hausgemeinschaft liest
Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja.
Als die Frauen am Ostermorgen zum Grab kommen, sind sie todtraurig. Ihre Hoffnungen sind mit Jesus gestorben. Das Einzige, was sie noch für ihn tun können, ist seinen Leichnam zu salben. Das denken sie. Doch dann ist alles anders. Als sie ans Grab kommen, ist der Stein weggerollt und das Grab leer.

Bibeltext des Tages: Markus 16, 1 – 8
Übersetzung: Basisbibel

eine*r in der Hausgemeinschaft liest

Als der Sabbat vorbei war,                                                            
kauften Maria aus Magdala,                                                            
 Maria, die Mutter von Jakobus,                                                           
und Salome wohlriechende Öle.                                                          
Sie wollten die Totensalbung vornehmen.

Ganz früh am ersten Wochentag                                                            
kamen sie zum Grab.                                                                         
Die Sonne ging gerade auf.                                                      
Unterwegs fragten sie sich:                                                            
 »Wer kann uns den Stein                                                                 
 vom Grabeingang wegrollen?«

Doch als sie zum Grab aufblickten, sahen sie,                                    
dass der große, schwere Stein schon weggerollt war.                             
 Sie gingen in die Grabkammer hinein.                                              
Dort sahen sie einen jungen Mann                                                      
auf der rechten Seite sitzen,                                                               
der ein weißes Gewand trug.                                                              
Die Frauen erschraken sehr.

Aber er sagte zu ihnen:                                                                   
»Ihr braucht nicht zu erschrecken!                                                      
Ihr sucht Jesus aus Nazaret,                                                                
der gekreuzigt worden ist.                                                                 
Gott hat ihn vom Tod auferweckt,                                                         
er ist nicht hier.                                                                               
Seht, da ist die Stelle,                                                                        
wo sie ihn hingelegt hatten.                                                             
Macht euch auf!                                                                                
Sagt seinen Jüngern                                                                         
und besonders Petrus:                                                                        
 Jesus geht euch nach Galiläa voraus.                                                  
Dort werdet ihr ihn sehen,                                                                  
wie er es euch gesagt hat.«

Da flohen die Frauen aus dem Grab                                                     
und liefen davon.                                                                               
Sie zitterten vor Angst                                                                     
 und sagten niemandem etwas,                                                             
so sehr fürchteten sie sich.

Verkündigungsimpuls zu Markus 16, 1-8

eine*r in der Hausgemeinschaft liest

Keine Spur von Osterfreude – stattdessen Angst und Entsetzen. Ihre Träume sind zerplatzt. Von ihm, Jesus von Nazareth, hatten sie Rettung und Erlösung erwartet. Was hatten sie nicht alles für gute Erfahrungen mit ihm gemacht? Niemand hatte bisher so von Gott gesprochen: „Gott ist Liebe.“ Davon war Jesus zutiefst überzeugt. Das war sein Programm. In seiner Gegenwart wurden Menschen gesund an Leib und Seele. Und nun? Aus der Traum. Jesus wurde ans Kreuz genagelt. Seine Botschaft über das Gottesreich, passte nicht zur politischen Großwetterlage.

Seine Jünger haben sich eingeschlossen. Voller Angst, dass die Römer ihnen auch an den Kragen wollen. Die Frauen aber machen sich am frühen Morgen auf den Weg zur Grabstätte. Erst unterwegs überlegen sie, wer ihnen den schweren Stein vor dem Felsengrab wegrollt. Und dann die Überraschung: Das Grab ist offen. Aber nicht nur das. Das Grab ist leer! Nicht einmal der Leichnam ist den Frauen geblieben. Umsonst haben sie das Salböl gekauft, denken sie verbittert.

Auf einmal fällt ihnen ein junger Mann auf. Er trägt ein weißes Gewand – wie ein Engel. Der sagt: „Jesus ist nicht hier. Er ist auferstanden!“ Die Frauen erschrecken. Was haben diese Worte zu bedeuten? „Macht euch auf!“, fährt der Mann fort. „Sagt es den Jüngern: Jesus geht euch nach Galiläa voraus. Dort werdet ihr ihn finden.“ Verwirrung macht sich breit. Das ist zu viel für die Frauen. Sie können es nicht glauben. Sie halten fest an dem, was sie kennen: Tot ist tot. Die Worte des Mannes machen ihnen Angst. Sie finden keine Worte, können nur noch wegrennen.

Es braucht Zeit, die Botschaft von der Auferstehung Jesu zu begreifen. Seine Kreuzigung ist nur schwer zu verstehen. Aber seine Auferstehung ist für viele ein noch größeres Rätsel. Doch die Begegnung mit dem Auferstandenen verwandelt bald alle, die um ihn trauern: die eben noch verzweifelten Männer und Frauen. Statt Trauer spüren sie Freude, statt zerplatzter Träume neuen Lebenssinn.

Bis heute können wir erleben, dass Jesus Christus lebendig ist. Wir spüren seine Gegenwart. In ihm wird die Liebe Gottes konkret. Er schenkt die Kraft zur Vergebung, die ich allein nicht aufbringen kann. Er schenkt den Mut, sich für andere Menschen und die Schöpfung einzusetzen. Er kann auch heute Leben zum Guten verwandeln, wo wir ängstlich oder verstört sind. Wenn ich einmal sterbe, lässt Jesus mich nicht allein. Er schenkt mir neues Leben, das über den Tod hinausreicht. Ist das nicht ein Grund zur Osterfreude?

Amen.

Fürbitte und Vaterunser

eine*r in der Hausgemeinschaft betet, oder alle beten gemeinsam

Jesus Christus,
du Bruder aller Menschen.
du hast den Tod überwunden
und den Stein der Trauer zur Seite gestoßen.
Wir danken dir, dass dein Licht
unsere Finsternis vertreibt.
Hilf uns, dass wir uns nicht an das Vertraute klammern,
sondern offen sind für die Wege, die du uns führst.

Für die Menschen, die leiden müssen,
und den Weg des Sterbens gehen,
bitten wir dich in der Stille.

Stille

Für alle, die einen geliebten Menschen
verloren haben und um ihn trauern,
bitten wir dich in der Stille.

Stille

Für die Einsamen, die besonders unter
den Einschränkungen des Lockdowns leiden,
bitten wir dich in der Stille.

Stille

Wir beten zu dir mit Worten,
die Jesus uns gelehrt hat:

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Abschluss (Segenswort)

eine*r in der Hausgemeinschaft liest
Hände öffnen, Handflächen nach oben, sagen:

Es segne uns der lebendige Gott.
Er verwandle unsere Trauer in Freude.
Es segne uns Christus.
Er wandle unsere Müdigkeit in Hoffnung.
Es segne uns Gottes Geist.
Er führe uns aus der Dunkelheit ins Licht.
Amen.

Kerze löschen

Text: Michael Held und Stephan Goldschmidt

Musik / Konzeption und Bereitstellung: Bettina Gilbert