Ostermontag Weg nach Emmaus Kopfgrafik

Ostermontag

Ostermontag 5. April 2021

Gottesdienst Zeitgleich

Dieser Gottesdienst ist verbunden mit einem längeren Spaziergang (eine Stunde). Daher ist es gut, wenn du einen Rucksack bereit hast und auch ein Stück Brot, das unterwegs verzehrt werden kann.

Glocken läuten · Kerze entzünden · Einstimmung

Eine/r sagt:

Jetzt sind wir da.
Ostermontag.
Manche von uns sind müde. Und manche hellwach.
Uns fällt das Leben gerade leicht, und es fällt uns schwer.
Wir wissen viel, und wir wissen nichts.
Sind beieinander und an verschiedenen Orten.
Wir sehnen uns nach Leben.
Und alle sind wir Menschen, die Gott brauchen.

Wir feiern im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Amen.

Bibeltext: Johannes 19,16-20.25-31

Eine/r liest vor:

An diesem Tag waren zwei Jünger unterwegs zu dem Dorf Emmaus.
Es lag gut zehn Kilometer von Jerusalem entfernt.

Lesung aus Lukas 24

Eine/r liest vor:

Sie unterhielten sich über alles, was sie in den letzten Tagen erlebt hatten. Während sie noch redeten und hin und her überlegten, kam Jesus selbst dazu und ging mit ihnen. Aber es war, als ob ihnen jemand die Augen zuhielt, und sie erkannten ihn nicht.

Etwas tun:

Schließ einen Moment die Augen. Wohin richten sich deine Augen, wenn du sie schließt? Was sieht dein inneres Auge?

Lesung aus Lukas 24

Eine/r liest vor:

Jesus fragte sie: »Worüber unterhaltet ihr euch auf eurem Weg?« Da blieben sie traurig stehen. Einer von ihnen – er hieß Kleopas – antwortete: »Du bist wohl der Einzige in Jerusalem, der nicht weiß, was dort in diesen Tagen passiert ist?«
Jesus fragte sie: »Was denn?«
Sie sagten zu ihm: »Das mit Jesus aus Nazaret! Er war ein großer Prophet. Das hat er durch sein Wirken und seine Worte vor Gott und dem ganzen Volk gezeigt. Unsere führenden Priester und die anderen Mitglieder des jüdischen Rates ließen ihn zum Tod verurteilen und kreuzigen. Wir hatten doch gehofft, dass er der erwartete Retter Israels ist. Aber nun ist es schon drei Tage her, seit das alles geschehen ist. Und dann haben uns einige Frauen, die zu uns gehören, in Aufregung versetzt: Sie waren frühmorgens am Grab. Aber sie konnten seinen Leichnam nicht finden. Sie kamen zurück und berichteten: ›Wir haben Engel gesehen. Die haben uns gesagt, dass Jesus lebt!‹ Einige von uns sind sofort zum Grab gelaufen. Sie fanden alles so vor, wie die Frauen gesagt haben – aber Jesus selbst haben sie nicht gesehen.«

Biege wieder rechts ab. Geh 160 m weit.

Eine/r liest vor:

Da sagte Jesus zu den beiden: »Warum seid ihr so begriffsstutzig? Warum fällt es euch so schwer zu glauben, was die Propheten gesagt haben? Musste der Christus das nicht alles erleiden, um in die Herrlichkeit seines Reiches zu gelangen?«
Und Jesus erklärte ihnen, was in der Heiligen Schrift über ihn gesagt wurde –angefangen bei Mose bis hin zu allen Propheten.

Biege halblinks ab. Geh 15 m weit. Gehe von dort noch einmal 40 m in die Richtung, die dir sinnvoll erscheint.
Du bist da.
Schau dich um.

Lesung aus Lukas 24

Eine/r liest vor:

So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren.
Jesus tat so, als wollte er weiterziehen.
Da drängten sie ihn: »Bleib doch bei uns! Es ist fast Abend, und der Tag geht zu Ende!«
Er ging mit ihnen ins Haus und blieb dort.
Später ließ er sich mit ihnen zum Essen nieder. Er nahm das Brot, dankte Gott, brach das Brot in Stücke und gab es ihnen.

Etwas tun – nämlich: Beten und Essen:
Pack dein Brot aus. Und was du sonst noch dabei hast.
Brich das Brot in zwei oder mehr Teile.
Rieche mal dran.
Wenn ihr mehrere seid, macht das alle so mit eurem Brot.
Wenn ihr in einem Haushalt lebt, könnt ihr es auch miteinander teilen.

Gebet

Eine/r betet:

Gott, ich bin / wir sind hier.
Danke für dieses Brot.
Danke für deinen Sohn Jesus Christus.
Jesus, sei bei uns und teile mit uns dein Leben.
Teile mit uns deine Kraft.
Und deine Liebe.
Amen.

Jetzt essen.

Kleine Predigt

Eine/r liest vor:

Zwei auf dem Weg. Damals. Ganz dicht an Jesus dran.
Und doch weit weg.
So offen mit ihren Gefühlen, aber ihre Seelen blockiert.
Mir gefällt ihr Bitten.
Ihr hartnäckiges "Bleib bei uns".
Wer traut sich das? Man könnte enttäuscht werden, oder?

Zwei auf dem Weg nach El Qubeiba, Emmaus in Palästina.
Ein kleiner Ort, fast vergessen.
Viel Hass und Krieg war dort.
Und doch bis heute: ein Wunder-Ort.
Wir wünschen Emmaus Frieden und halten einen Moment inne.

Und ihr jetzt auf eurem Weg. An euren verschiedenen Orten.
Ihr habt diese Orte zufällig, situationistisch, gefunden. Oder sie euch.
Zwischen Einfamilienhäusern. Oder am Waldrand.
Mit Blick zum Fluss. Oder zur Tankstelle.
Eure El Qubeibas, eure Emmausse.
Gibt es eigentlich einen Plural von Emmaus?
Es muss ihn doch geben.
Für all die vielen Orte, an denen wir plötzlich wissen:
Wir sind nicht allein. Unser Schmerz, unsere Tränen: sie sind nicht das Ende.
Wunderorte.
Jetzt. Hier.
Und wir wissen:
Jesus ist da.
Wir Verwundeten werden heilen.
Wir Enttäuschten werden neu.
Leuchten wird, was dunkel war.
Denn er ist auferstanden.
Ist wahrhaftig auferstanden.

Lesung aus Lukas 24

Eine/r liest vor:

Da fiel es ihnen wie Schuppen von den Augen, und sie erkannten ihn.
Im selben Augenblick verschwand er vor ihnen.
Sie sagten zueinander: »Brannte unser Herz nicht vor Begeisterung, als er unterwegs mit uns redete und uns die Heilige Schrift erklärte?«

Schau dich noch einmal um. Nimm dir einen Moment Zeit dafür.
Nimmst du etwas Neues wahr?

Danken

Eine/r betet:

Lobe den Herrn, meine Seele
und was in mir ist, seinen heiligen Namen.
Lobe den Herrn, meine Seele,
und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.

Danke für das Brot und für die unsichtbare Welt.
Danke  (ergänze, wofür du dankbar bist in diesem Moment, an diesem Ort, jetzt bzw ergänzt gemeinsam)
Danke für Jesus, unseren Bruder.
Er ist bei uns auf dem Weg.
Geht mit uns
im Leben, im Sterben, im Auferstehen.

Wir beten, wie er es uns gezeigt hat:

Vater unser (alle, die da sind, gemeinsam)
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute, und vergib uns unsre Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Etwas tun

Bevor du jetzt dann gleich aufbrichst: Lass etwas an diesem Platz zurück. Schreib mit einem Stein auf den Boden: „Der Herr ist auferstanden“ – oder mit dem Finger in die Luft. Oder lege ein Stücklein Brot für die Vögel hin. Oder male mit Wasser ein Zeichen auf den Boden. Oder pflücke Blumen pflücken und markiere den Ort damit oder …

Lesung aus Lukas 24

Eine/r liest vor:

Sofort brachen sie auf und liefen nach Jerusalem zurück.
Dort fanden sie die elf Jünger beieinander, zusammen mit allen anderen, die zu ihnen gehörten.
Die Jünger riefen ihnen zu: »Der Herr ist wirklich auferstanden! Er hat sich Simon gezeigt!«
Da erzählten die beiden, was sie unterwegs erlebt hatten – und wie sie den Herrn erkannt hatten, als er das Brot in Stücke brach.

Geh zurück nach Hause. Nimm den gleichen oder einen anderen Weg. Geh so leicht du kannst.

Segen

Vor der Haustür:
Hände öffnen, Handflächen nach oben halten.

Eine/r bittet:

Gott, segne uns/mich.
Gott, behüte uns/mich.
Lasse dein Angesicht leuchten über uns/mir.
Sei uns/mir gnädig.
Erhebe dein Angesicht auf uns/mich.
Und gib uns/mir Frieden.
Amen.

Und/oder:
Einatmen. Ausatmen.
Brannte nicht mein/unser Herz?
Ich bin da und du bist da, Gott.
Danke.
Amen.

 

Texte:  Birgit Mattausch und Jochen Arnold
für www.michaeliskloster.de

Musik / Konzeption und Bereitstellung: Bettina Gilbert