Photo by Aaron Burden on Unsplash
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1. Weihnachtstag

GOTTESDIENST ZEITGLEICH

Glocken läuten · Kerze entzünden · Einstimmung

Einstimmung (laut für sich lesen oder eine*r aus der Hausgemeinschaft liest vor)

Die Glocken läuten und rufen zum Gebet.
An diesem Weihnachtsmorgen – wachst Du auf.
Wie war Deine Heilige Nacht?
Spürst Du ihn?
Ist ER schon bei Dir angekommen?

Jesus sagt: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.
Ist ER schon angekommen bei Dir?

Wir sind versammelt.
An verschiedenen Orten.
Zur gleichen Zeit.
Im Glauben.
Wir feiern seine Geburt.
Wir feiern in seinem Namen.
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Amen.

Herbei, o ihr Gläub’gen, fröhlich triumphieret,
o kommet, o kommet nach Bethlehem!
Sehet das Kindlein, uns zum heil geboren!
O lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten, 
o lasset uns anbeten den König!

Du König der Ehren, Herrscher der Heerscharen, 
verschmähst nicht zu ruhn in Marien Schoß,
Gott, wahrer Gott von Ewigkeit geboren.
O lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten, 
o lasset uns anbeten den König!

Kommt, singet dem Herren, singt, ihr Engelchöre!
Frohlocket, frohlocket, ihr Seligen:
„Ehre sei Gott im Himmel und auf Erden!“
O lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten, 
o lasset uns anbeten den König!

Ja, dir, der du heute Mensch für uns geboren,
Herr Jesu, sei Ehre und Preis und Ruhm ,
dir, fleischgewordnes Wort des ewgen Vaters!
O lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten, 
o lasset uns anbeten den König!


Gebet (laut für sich lesen oder eine*r aus der Hausgemeinschaft liest vor)

Weihnachtstag.
Weihnachstmorgen.
Gott.
Du bist in unserer Welt.
Klein und zart.
Mächtig und stark.
Ich bin hier.
Und Du bist hier.
Und ich weiß: ich bin verbunden.
Mit Dir.
Mit anderen, die zu Dir beten.
Genau jetzt.
Genau so.
Ich bin hier.
Und Du bist hier.
Das genügt.
Und ich bringe Dir alles, was ist.
Stille
Höre auf mein Gebet.
Amen.

Bibeltext des Tages: Jesaja 52, 7-10 (laut für sich lesen oder eine*r aus der Hausgemeinschaft liest vor)

Wie lieblich sind auf den Bergen
die Füße des Freudenboten,
der da Frieden verkündigt, Gutes predigt, Heil verkündigt,
der da sagt zu Zion: Dein Gott ist König!
Deine Wächter rufen mit lauter Stimme
und jubeln miteinander;
denn sie werden’s mit ihren Augen sehen,
wenn der HERR nach Zion zurückkehrt.
Seid fröhlich und jubelt miteinander, ihr Trümmer Jerusalems;
Denn der HERR hat sein Volk getröstet und Jerusalem erlöst.
Der HERR hat offenbart seinen heiligen Arm
vor den Augen aller Völker,
dass aller Welt Enden sehen das Heil unseres Gottes.

Verkündigungsimpuls (laut für sich lesen oder eine*r aus der Hausgemeinschaft liest vor)

Hörst Du die Freudenboten?
Heute morgen?
Am Weihnachtstag.
Und: wie war es gestern, am Heiligen Abend?
Hörst Du die Nachricht des Freudenboten gehört?
Ist sie auch bei Dir angekommen?

In diesem Jahr – das so anders ist.
Auch an Weihnachten.
Viel stiller.
Vielleicht sogar so still, dass der Freudenbote gar nicht bis zu Dir durchdringen kann.
Die Nachricht des Freudenboten,
die in unsere Städte und Dörfer,
in unsere Häuser und Herzen dringen will:
Dein Gott ist König! Er hat sein Volk getröstet, ist nach Zion zurückgekehrt.
Euch ist heute der Heiland geboren,
welcher ist Christus,
in der Stadt Davids.
Die Nachricht der Freudenboten –
die Nachricht der Engel,
sie kommt.
Sie kommt auch in diesem Jahr.
In diesem Jahr,
in dem wir sie so sehr brauchen.
Damals in Jerusalem,
und heute da, wo Du gerade bist.
Die Glocken der Kirche – kannst Du sie in der Ferne hören?
Sie verkünden die frohe Botschaft,
so wie der Freudenbote,
der gen Zion eilt.
Die Botschaft vom Kommen Gottes –
sie kommt auf schönen, auf friedlichen Sohlen.
Sie kommt auf den unabgelaufenen Sohlen eines Babys.
Anders als erwartet.
Klein und zart.
Und doch mächtig und stark.
Gott ist gekommen.
Heute Nacht.
Gott hat sein Volk erlöst.
Und jetzt rufen es die Wächter mit lauter Stimme.
So laut, dass es bis zu Dir schallt.
Sie jubeln und freuen sich.
Gott ist König!
Gott tröstet.
Gott erlöst.
Gott lässt uns hoffen.
Auf Trost.
Auf bessere Zeiten.
Auf Frieden.
Auf Erlösung.
Und Du darfst Dich freuen.
Mitjubeln.
Versuch es mal. Es muss nicht laut sein, vielleicht ist es ein kleines Ziehen im Herzen. Das wächst. Bis Du die Freude nicht mehr bei Dir behalten kannst, sie laut ausrufen musst.
In die Einsamkeit.
In das Chaos der Gefühle an diesem Fest.
An diesem Tag.
Gott kommt nach Hause. In seine Stadt.
In unsere Welt.
Nach Hause zu Dir. In Dein Herzenskämmerlein.
Vielleicht sind andere zu Dir nach Hause gekommen,
oder Du zu ihnen.
Vielleicht geht das alles grad nicht.
Ich wünsche Dir,
dass Du den Freudenboten lauschst.
Und seine Botschaft zu Dir lässt.
In Dein Herz. In Dein Leben.
Gerade heute.
In diesem Jahr.
Amen

Fröhlich soll mein Herze springen
dieser Zeit, da vor Freud 
alle Engel singen.
Hört, hört, wie mit vollen Chören
alle Luft laute ruft: 
Christus ist geboren.

Heute geht aus seiner Kammer
Gottes Held, der die Welt
reißt aus allem Jammer.
Gott wird Mensch dir, Mensch, zugute,
Gottes Kind, das verbindt
sich mit unserm Blute.

Ich will dich mit Fleiß bewahren;
ich will dir leben hier,
dir will ich hinfahren;
mit dir will ich endlich schweben
voller Freud ohne Zeit
dort im andern Leben.

(T: Paul Gerhardt, M: Johann Crüger)


Etwas tun
Such in deiner Wohnung, in deinem Haus nach einem schönen Blatt Papier. Wenn du es gefunden hast, kannst du Sterne ausschneiden. Oder Engel. Wonach dir grade ist. Schreib eine Freudenbotschaft drauf. Einen guten Wunsch. Eine Hoffnung.
Blas jetzt deine Kerze aus. Zieh deinen Mantel an, den Schal und die Schuhe auch und öffne deine Haustür. Nimm deine Freudenbotschaften mit. Und trage die Weihnachstfreude zu deinen Nachbarn. Zu deinen Freunden. Zu Fremden. Zu denen, die dir auf dem Weg begegnen. Wenn du nicht an der Haustür klingeln magst, dann steck sie doch einfach in den Briefkasten. Oder halte einen kleinen Plausch über den Gartenzaun. Trag die Freudenbotschaft raus in die Welt. An diesem Weihnachtstag. Und wer weiß – vielleicht kommt spätestens jetzt die Freudenbotschaft auch in deinem Herzen an. Lass es springen und singen. Und erlebe diesen Weihnachtsmorgen mit allen Sinnen. Atme die frische Luft tief ein und aus und wenn du bereit bist, wenn du deine Freudenbotschaft verteilt hast, dann geh wieder heim. Geh wieder in dein Haus, deine Wohnung, dein Zimmer. Zieh deinen Mantel aus oder lass ihn noch ein wenig an, so wie eine wärmende Decke.
Zünde deine Kerze wieder an.

Go gently, go lightly, go safe in the Spirit, 
Live simply, don’t carry much more than you need;
Go trusting God’s goodness, go spreading God’s kindness,
Stay centred on Jesus and where he will lead.

Go singing, go bringing the gifts of the Spirit,
Go hopefully searching for things that are true;
In living, in loving, whatever befalls you, 
God keep you, God bless you in all that you do.

(Geht achtsam, geht heiter vom Geiste getragen, 
und nehmt nicht mehr mit euch als das, was ihr braucht:
Vertraut Gottes Güte, verteilt Gottes Liebe,
gegründet in Jesus, wohin er auch führt.

Geht, singt nun und bringt nun die Gaben des Geistes 
Und sucht voller Hoffnung, was wahr ist und gut;
Im Leben, im Lieben, was immer begegnet:
Gott schütze und segne euch, was ihr auch tut.)

Englischer Text: Shirley Erena Murray. Deutscher Text: hartmut Handt 2013.
Musik: Carlton R. Young © GIA Publications, Rechte für C, A, CH: Small Stone Media Germany GmbH

 

Fürbitten und Vaterunser

Gott.
Du bist in unsere Welt gekommen.
Diese frohe Nachricht feiern wir heute.
Wir sind verbunden.
Als Menschen mit Menschen.
Als Glaubende miteinander.
Als Glaubende und Menschen mit Dir.
Als deine Freudenboten.

Wir bringen Dir unsere Gedanken, unser Danken und unser Sorgen.
Heute.
Am Weihnachtstag.

Stille

Wir denken an alle, die wir lieben.
Was tun sie gerade.

Stille

Wir denken an alle, die in diesen Zeiten noch einsamer sind.
Die die Freudenbotschaft heute nicht hören können.

Stille

Wir denken an alle Kranken.
Und an alle Kranken in den Krankenhäusern und jene, die sich um sie kümmern.

Stille

Wir denken an alle, die helfen.
Die heute arbeiten müssen.
Sie setzen sich und ihre Kraft und ihre Gaben ein füreinander.

Stille

Gott.
Wir sind Deine Weihnachtsmenschen.
Wir sind miteinander verbunden.
Atmen die Luft Deiner Schöpfung.
Beten zu Dir in allem, was ist.
Beten zu Dir mit den Worten, die uns im Herzen wohnen:

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Segen

Geh achtsam, geh heiter, vertrau Gottes Güte, verteil Gottes Liebe.
Verteil die Freudenbotschaft.
Gottes Segen geht mit Dir.

Hände öffnen und laut sprechen:
Gott segne mich/uns und behüte uns/mich.
Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns/mir und sei uns/mir gnädig.
Gott erhebe sein Angesicht auf uns/mich und gebe uns/mir Frieden.
Amen.

Oder
Fenster öffnen. Einatmen. Ausatmen. Spüren, dass Du da bist. Spüren, dass andere da sind. Genau jetzt. Genau so. Verbunden. Miteinander. Mit Gott. Im Glauben. Einatmen. Ausatmen. Und leise sprechen „Gott spricht: Ich will Dich segnen und Du sollst ein Segen sein.“ Mehrmals wiederholen und dabei vielleicht lauter werden. Stille. Einatmen. Ausatmen. Fenster schließen.

Frohe und gesegnete Weihnachten!

Kerze löschen

 

Texte: Dorothea Wölle