Gedenk- und Sorgenetzideen von Lars Hillebold
„Du bist der Schutz für den Schwachen gewesen, der Schutz für den Armen in seiner Not, eine Zuflucht vor Unwetter, ein Schatten vor glühender Hitze.“ (Jesaja 25)
Menschen beklagen in diesen Wochen Familienangehörige, Freundinnen, Kollegen, deren Körper der Hitze nicht standhalten konnten – und wir beklagen vielleicht auch eine Gesellschaft und Zeit, in der wir uns und unsere Nächsten nicht alle ausreichend schützen können.
Wir erleben – nicht nur angesichts der Zahlen von „Hitze und Übersterblichkeit“¹, sondern am eigenen Körper, wie wir je nach Wohnsituation, Arbeitsplatz, Stadtleben usw. Situationen
ausgesetzt sind und wo auch technische Hilfen wie Klimaanlagen an ihre Grenzen kommen. In diesen Situationen wird oft neu bewusst, was die Würde und Verletzbarkeit unserer Körper und Konstitution ausmacht, wie die Verantwortung für Alte, Kranke, Arme und Einsame zu unserer Gesellschaft dazugehört und wie die Frage nach schattiger, bepflanzter Stadtgestaltung ein langfristiges Projekt ist, welches nach der Hitzewelle nicht vergessen wird. Also gehört für mich auch Dank für alle weise Stadtplanenden dazu.
Als Kirche scheint mir wichtig, dass wir die stillen und gesellschaftlich wenig sichtbaren Todesfälle wahrnehmen und der Menschen gedenken; so wie wir im Vorfeld schon kühle Kirchen einladend öffnen und diakonisch Durstigen Wasser und Gefährdeten Schutz geben.
Hitzetod ist eine soziale Frage und Herausforderung christlichen Handelns: Nicht alle Menschen haben eine kühle Wohnung, einen Garten, gesundheitliche Unterstützung oder jemanden, der nach ihnen sieht.
Die Idee und Anregung ist bewusst diakonisch und liturgisch sichtbar zu machen:
In den Herausforderungen der Hitze helfen, nicht allein zu sein; der Trauer um konkrete Menschen Raum geben; die Wahrnehmung einer oft unsichtbaren Todesursache und die Verant-
wortung für die Lebenden gehören zusammen; eine Raum eröffnen, weitere Ideen zu sammeln.